Kimaschutz

Klimaschutz wird immer wichtiger

Klimaschutz ist ein wichtiges Thema in unserer Gesellschaft und beginnt bereits im Alltag. Jedes vermiedene Gramm CO2- Emission ist eine Investition in die Zukunft. Zum Klimaschutz trägt etwa bei, wer sich mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln emissionsarm fortbewegt, auf eine regionale und fleischarme Ernährung achtet oder bei Kauf und Nutzung von Haushaltsgeräten und Beleuchtung auf sparsamen Gebrauch und energieeffiziente Technik setzt.

Um den Gedanken des Umwelt- und Klimaschutzes voranzutreiben, hat die Wohnbau eG in diesem Jahr eine hausinterne Projektgruppe „Klimaschutz“ gegründet. Diese Arbeitsgruppe befasst sich schwerpunktmäßig mit folgenden Themen:
• Notbewässerungsmanagement „Stadtbaum“
• Nachhaltige Wohnumfeldgestaltung
• Dach- und Fassadenbegrünung
• intelligente Haustechnik
• CO2-neutraler Wohn 

Gießkannenhelden:innen

Eines unserer aktuellen Pilotprojekte ist die Teilnahme an der Initiative „Gießkannenhelden:innen“.
Diese wurde von den Institutionen „Ehrenamt Essen“, „Runder Umwelttisch Essen“ und
„gemeinsam für Stadtwandel Essen“ ins Leben gerufen. Durch das Aufstellen von Regenwassersammelbehältern
im Rahmen des Notbewässerungsmanagements „Stadtbaum“ der Stadt Essen, soll an geeigneten Standorten
die Möglichkeit gegeben werden, bedrohte Bäume und Pflanzen vor Dürreperioden zu schützen.

 

Allein im letzten Jahr sind im Essener Stadtgebiet zahlreiche Bäume der Trockenheit zum Opfer gefallen. In diesem Zusammenhang
wurden an der umgebauten Lutherkirche in Essen-Frohnhausen drei solcher Regenwassersammelbehälter
aufgestellt. Das dort gewonnene Wasser wird von den Kindern der in der Lutherkirche ansässigen KiTa in trockenen Perioden in Gießkannen umgefüllt, um dann die Pflanzen der Umgebung zu gießen. Gefreut haben sich die Kinder besonders, dass sie bei der Verschönerung der Regenwassersammelbehälter aktiv mitwirken duften.

Mit großer Euphorie bemalten die Kinder die Container mit hübschen Motiven aus der Natur. Sowohl die KiTa als auch alle Menschen aus dem Stadtteil und der Umgebung profitieren von diesem Projekt und können sich hier partizipativ einbringen und die Umwelt mitgestalten. Auch im angrenzenden Gemeinschaftsgarten des Mehrgenerationenhauses (MGH) werden immer schon nachhaltige Ressourcen genutzt und Regenwasser in Regentonnen gesammelt, denn den Mitarbeitern des MGH liegt das Gärtnern nach den Richtlinien der Permakultur (nachhaltige Landwirtschaft) sehr am Herzen.

 

Nachhaltige Wohnumfeldgestaltung

 

Ein weiteres Projekt, welches die Wohnbau eG im Rahmen der Projektgruppe „Klimaschutz“ in Angriff genommen hat, ist die klimafreundliche und nachhaltige Umgestaltung der Außenanlagen im Bereich Knappmannhöhe und Hamburger Straße.
Hierbei setzt sich die Wohnbau eG für den Erhalt der Artenvielfalt ein, indem sie Teilbereiche der Rasenflächen hinter den Häusern zu Blumenwiesen umgestaltet sowie mit genügend Abstand zu den Wohnhäusern Nistkästen und Insektenhotels aufstellt. Entgegen der immer heißer werdenden Sommer wird die von der Wohnbau eG vorgenommene Begrünung der Müllcontainerboxen durch Kletterpflanzen, wie z. B. Hortensien, einen großen Teil der im Sommer aufkommenden Hitze absorbieren. Zudem werden im Frühling 2022 weitere Sträucher und Bäume gepflanzt. Um den Pflanzen ihre volle Entfaltung zu ermöglichen und bestimmten Vogelarten weiteren Lebensraum zu bieten, werden die vorhandenen Sträucher weiterhin regelmäßig gepflegt, jedoch wird die Wohnbau eG zukünftig auf deren Formschnitt verzichten. Mit diesen einfachen, aber effektiven Maßnahmen, kommt die Wohnbau eG ihrem Ziel der Klimaneutralität einen kleinen Schritt näher.


Warum hilft die Umgestaltung eines Innenhofs das Klima zu verbessern?
Das Klima in den Innenstädten wird in den nächsten Jahren heißer und trockener. Dadurch werden auch Extremwetterereignisse wie starke Regenfälle, Stürme und langanhaltende Trocken- und Hitzeperioden zunehmen. Begrünte Innenhöfe können dem entgegenwirken. Aufgewertete Bepflanzung hilft zu kühlen und Staub zu binden. Außerdem kann der Boden mehr Regenwasser aufnehmen und speichern. Innenhofbegrünungen helfen also, das direkte Wohnumfeld zu verbessern und lebenswerter zu gestalten.


Warum sind Formschnitte nicht die optimale Lösung?
Durch einen Formschnitt wird der jährliche Zuwachs der Pflanzen kontinuierlich entfernt. Die Pflanze kann ihre natürliche Wuchsform nicht entfalten, da die jungen Triebe regelmäßig zurückgeschnitten werden. Pflanzen, die einen ständigen Formschnitt erhalten, neigen dazu, zu vergreisen. Das bedeutet, die Pflanzen altern schneller. Darüber hinaus bilden die Pflanzen nach einem Formschnitt weniger Blüten, Früchte und Samen aus, die als Nahrungsquelle für Insekten, Vögel und andere Tiere dienen.


Die Insektenwiese
Die Insektenwiese oder auch gerne Bienenweide genannt, unterstützt verschiedenste Insektenarten bei der Nahrungssuche und bietet zudem vielen weiteren Kleintieren Lebensraum. Dabei ist es nicht entscheidend, wie groß die Wiesenfläche ist – jeder Quadratmeter hilft. Insektenwiesen sind relativ leicht anzulegen, sie erfreuen das Auge und sind gleichzeitig wertvolle Biotope. Nach einer Startphase von ein bis zwei Jahren hat man bis zu fünf Jahre lang fast zu jeder Jahreszeit einen Blütenteppich, der vielen Insekten Schutz und Nahrung bietet.


Die Rolle der Insekten für unser Ökosystem
Insekten sind extrem wichtig für die Bestäubung von Pflanzen und damit auch unmittelbar für unsere Ernährungssituation. Wenn Pflanzen nicht bestäubt werden, tragen diese keine Früchte. Der Ernteerfolg ist also größtenteils davon abhängig, wie viele Pflanzen von Insekten und Bienen bestäubt werden oder nicht.
Zudem sind Insekten wichtiger Bestandteil der tierischen Nahrungskette. Die sich ständig reduzierende Vogelpopulation zum Beispiel spiegelt gleichermaßen die geringere Anzahl der Insekten wider.


Muss ich damit rechnen, dass ich demnächst mehr ungewollte Insekten auf dem Balkon oder in der Wohnung habe?
Insekten durchziehen die Lüfte in unseren Innenstädten immerzu auf ihrer Nahrungssuche. Häufig finden sie dabei nicht ausreichend Nahrung. Daher verirren sich die Insekten auch immer wieder in unsere Wohnungen, Häuser oder auf unsere Balkone.
Insekten sind jedoch wählerisch. Ist eine bessere Nahrungsquelle in der Nähe, betreiben Insekten einen höheren Aufwand, sich diese zu merken. Die neu angelegten Strauchpflanzungen und Wildblumenwiesen werden die natürlichen Nahrungsquellen der Insekten ergänzen. Daher ist davon auszugehen, dass die Insekten eher ihre natürlichen Nahrungsquellen aufsuchen werden.


Kann diese Planung auch auf weitere Objekte übertragen werden?
Planungen zur Verbesserung des Klimas und der Artenvielfallt sind in der Regel individuell. Vor einer Planung wird jedes Objekt in Augenschein genommen und bewertet. Jedoch lassen sich eine Vielzahl von Ideen und Ansätzen auf verschiedene Objekte übertragen.


Kann ich selbst einen Teil beitragen?
Jeder von uns kann seinen eigenen kleinen Beitrag zum Klimaschutz und zur Verbesserung der Artenvielfalt leisten. Getreu dem Motto „Kleinvieh macht auch Mist“ reicht es bereits aus, wenn man auf dem Balkon in einen großen Kübel oder einen Blumenkasten einige Pflanzen aussät und pflegt.


Weitere Tipps und Anregungen finden Sie zum Beispiel unter www.umweltbundesamt.de.

Unsere Projekte zur Nachhaltigkeit

  • Bienenweide

    Ein zusätzlicher Lebensraum für Bienen und Insekten wird durch das Anlegen von Bienenweiden bzw. Insektenwiesen geschaffen. Eine Bienen- bzw. Insektenweide produziert viel Nektar und Pollen und ist somit eine ideale Nahrungsquelle für diese Tiere. In den Außenanlagen der Wohnbau eG wurde die „Veitshöchheimer Bienenweide“ des Lieferanten SaatenZeller ausgebracht. Die Veitshöchheimer Bienenweide ist blütenreich und setzt sich aus zahlreichen Wild- und Kulturarten zusammen. Die Blühdauer ist von April bis November. Die Bienen- und Insektenweide garantiert die Nahrungsversorgung nützlicher Insekten. Hiermit trägt diese auch zum Aufbau der natürlichen Nahrungskette bei.

  • Nistkästen

    Nistkästen werden von verschiedenen Vogelarten für das Brüten sowie die Aufzucht von Jungtieren genutzt. Auch zur Übernachtung werden Nisthilfen gerne angeflogen. Nisthilfen dienen vorwiegend dem Artenschutz von Vögeln. Insekten und Fledermäuse nutzen diese jedoch auch sehr gerne. Je nach Größe des Fluglochs werden Nistkästen von unterschiedlichen Vogelarten besucht. Die von der Wohnbau eG aufgestellten Kästen haben eine Fluglochgröße vom 32mm und stammen von der Firma Grube KG. Kästen mit dieser Fluglochgröße werden vor allem von Kleinvögeln, wie zum Beispiel dem Kleiber, der Kohlmeise, dem Trauerschnäpper oder dem Sperling, genutzt.

  • Pflanzung von Bäumen und Sträucher für Bienen und Insekten

    In den letzten Jahren ist ein dramatischer Rückgang von Bienen und Insekten in der Natur zu verzeichnen. Daher ist es wichtig, die Zerstörung der Lebensräume dieser Tiere aufzuhalten und neue Räume zu schaffen. Die Wohnbau eG hat hierzu verschiedenste Bäume und Gehölze pflanzen lassen, die einen hohen Wert beim Nektar- und Pollenangebot haben. Die ausgewählten Gehölze stammen alle aus der Empfehlungsliste „Bäume und Sträucher für Bienen und Insekten“ der bayrischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau. Hinzu kommt, dass die Erwärmung in unseren Innenstädten gerade in den Sommermonaten deutlich zu spüren ist. Daher wird bei der Stadtplanung vermehrt auf die Anlage von sogenannten „Kaltluftschneisen“ geachtet. Bäume mit ihren belaubten Kronen tragen durch ihre Schattenspende zur Abkühlung der Umgebungstemperatur bei. Gepflanzt wurden zum Beispiel: der Baumhasel und der Spitz-Ahorn bei den Bäumen. Die Felsenbirne, der Holunder oder die Heckenkirsche bei den Sträuchern.

  • Begrünung von Müllschränken

    In größeren Wohneinheiten gibt es zumeist auch eine große Anzahl von Müllschränken. Diese sind zumeist aus Beton. Das äußere Erscheinungsbild ist zumeist eintönig. Darüber hinaus kommt es in den Sommermonaten aufgrund von Erwärmung des Betons zu Strahlungshitze. Diese steigert die Umgegbungstemperatur. Durch die Begrünung von Müllschränken kann daher ein in vielerlei Hinsicht positiver Effekt erzielt werden. Hierzu zählen zum Beispiel die Vermeidung von Strahlungswärme, die optische Aufwertung der Außenanlagen, sowie die Schaffung von neuem Lebensraum für Insekten. Die Wohnbau eG hat Müllschränke unter anderem mit Kletter-Hortensien begrünen lassen. Diese Kletterpflanze besitzt Haftwurzeln und kann ohne Rankhilfen an Wänden und Mauern wachsen. Die Kletter-Hortensie ist üppig blühend. Durch ihre duftenden Blüten werden Hummeln, Bienen und Wildbienen angezogen. Somit trägt die Begrünung der Müllschränke zusätzlich zum Artenschutz bei.

  • Insektenhotels

    Die Wohnbau eG hat, ergänzend zu den Pflanz- und Saatarbeiten, Insektenhotels aufstellen lassen. Diese Hotels dienen Insekten und Bienen als Nist- und Überwinterungshilfe. Aufgrund der verschiedenen Sicherheitsanforderungen in unseren Ballungsgebieten, finden Insekten immer weniger Nist- und Winterquartiere. Totholz oder Lehmhänge werden durch den Menschen meist entfernt. Daher helfen aus Holz, Stein und Schilf gefertigte Insektenhotels den Tieren beim Überwintern und dienen als zu Hause. Die in den Außenanlagen der Wohnbau eG aufgestellten Insektenhotels wurden von den  WFB Werkstätten des Kreises Mettmann GmbH gefertigt.